Plastikfreie Bratpfanne

Je tiefer ich mich in das Thema Plastik einarbeite, desto mehr verändert sich mein Blick auf die Gegenstände in meinem Haushalt. Es ist unglaublich, wieviel Plastik ich heute noch besitze, obwohl ich mich schon seit zwei Jahren intensiv mit Zero Waste und Plastikreduzierung beschäftige. Wie gerne würde ich komplett plastikfrei und Zero Waste leben. Trotzdem werfe ich meine Dinge aus Plastik nicht einfach in den Müll, denn damit würde ich das Problem nur verschlimmern. Jetzt sind sie da und ich möchte sie möglichst lange verwenden, damit diese Dinge nicht umsonst produziert wurden.

Meine mit Teflon beschichtete Bratpfanne hat nun ihr Lebensende erreicht. Die Beschichtung löst sich ab. Das ist weder schön, noch gesund, da die Beschichtung beim Kochen auf die Lebensmittel übergehen kann. Von dort aus gelangt das Plastik durch die Nahrungsaufnahme in den Körper. Nun möchte ich nicht wieder eine beschichtete Pfanne kaufen, denn Teflon ist ein hitzebeständiger Kunststoff, der dafür sorgt, dass das Gargut in der Pfanne nicht anbrennt und sie sich einfach reinigen lässt. Sobald die Teflon Schicht beschädigt wird, kann dieses Plastik auf die Lebensmittel übergehen. Außerdem kaufe ich mit einer Teflonbeschichteten Pfanne wieder neues Plastik ein. Das entspricht einfach nicht meinem Wunsch nach einem Plastikfreien Leben. Weiterhin unterliegt so eine beschichtete Pfanne einer gewissen Abnutzung, was ihre Lebensdauer begrenzt. Es ist also ab zu sehen, dass ich auch diese Pfanne irgendwann wieder ersetzen muss und damit neuen Müll verursache. Zerowaste wäre sie also auch nicht. Deshalb habe ich mich gefragt, welche Alternativen ich überhaupt habe?

Alternativen zur Teflon beschichteten Pfanne

  • Aluminiumpfanne
  • Unbeschichtete Edelstahlpfanne
  • Stahl-Emaille-Pfanne
  • Gusseiserne Pfanne
  • Eisenpfanne

Aluminium-, Edelstahl- und Stahl-Emaille-Pfannen habe ich für mich ausgeschlossen, da für die Essenszubereitung viel Fett gebraucht wird. Zudem darf die Aluminiumpfanne auch nicht stark erhitzt werden.

Eine Eisenpfanne als Begleiter fürs Leben

Schlussendlich habe ich mich für eine Eisenpfanne entschieden, da sie leichter als die gusseiserne Pfanne ist. Durch das Einbrennen bekommt die Eisenpfanne eine natürliche Antihaftbeschichtung, die dafür sorgt, dass nichts anbrennt. Wie genau das Einbrennen funktioniert erfährst du weiter unten. Eine solche Pfanne ist bei guter Pflege eine einmalige Anschaffung, da sie ein Leben lang hält. Gleichzeitig kostet sie nicht mehr als eine Teflonpfanne von einem der namenhaften Herstellers. Dadurch ist die Eisenpfanne sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch eine sinnvolle Alternative zu einer teflonbeschichteten Pfanne.

Die Eisenpfanne in der Praxis

Das Kochen und Braten mit der Eisenpfanne ist ein kleines Abenteuer, denn sowohl bei der Verwendung, als auch bei der Pflege hat sie ganz eigene Wünsche. Wenn du die beachtest, wirst du viel Spaß mit einer Eisenpfanne haben.

Warum du deine Pfanne einbrennen solltest

Durch das Einbrennen erzeugst du die erste Patina auf deiner Pfanne. Die Patina ist eine natürliche Antihaftbeschichtung, die dafür sorgt, dass deine Lebensmittel nicht anbrennen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du die Pfanne einbrennen kannst. Ich zeige dir hier eine Variante mit Kartoffelschalen, die sich in meinen Augen sehr gut bewährt hat.

Wie du eine neue Eisenpfanne einbrennst

Die Pfanne ist bei Neukauf mit Bienenwachs beschichtet, welches zuerst mit heißem Wasser und Spülmittel von der Pfanne abgeschrubbt werden muss. Das ist übrigens das letzte Mal, dass diese Pfanne in Kontakt mit Spülmittel kommt.

Im nächsten Schritt gibst du Öl in die Pfanne, bis der Boden benetzt ist. Bitte kein Olivenöl verwenden. Danach gibst du Kartoffelschalen und Salz in die Pfanne.

Das Gemisch erhitzt du, bis die Kartoffelschalen schwarz sind und sich die Pfanne dunkel verfärbt.

Die dunkle Verfärbung nennt sich Patina und sorgt später dafür, dass nichts anbrennt. Sie ist also eine natürliche Antihaftbeschichtung. Am besten machst du das Einbrennen draußen auf einem Campingkocher oder auf einem Grill. Es stinkt nämlich ordentlich und qualmt ohne Ende. Ich habe auch erst müde über den Ratschlag geschmunzelt, war aber am Ende froh, dass ich das nicht in meiner Küche ausprobiert habe. Sobald die Kartoffelschalen schön schwarz geworden sind und deine Pfanne eine dunkle Verfärbung bekommen hat, ist dein neues Schmuckstück eingebrannt. Jetzt kannst du sie das erste Mal für die Zubereitung deiner Lebensmittel benutzen. Mit jedem Benutzen wird die Patina gleichmäßiger und die Antihaftbeschichtung besser. Leg los! Ich wünsche dir viel Spaß!

Wie du deine Eisenpfanne reinigst

Die Eisenpfanne darf nicht in die Spülmaschine und wird nicht mit Spülmittel gewaschen. Das zerstört sonst die Patina und kann die Pfanne beschädigen (Rost). Es reicht völlig, wenn du deine Pfanne mit einem feuchten Tuch abwischst. Nach dem Abwischen wird die Pfanne bei Bedarf mit Pflanzenöl eingerieben, damit sie nicht rostet.

Sollte dir dann doch mal was angebrannt sein, dann füllst du einfach heißes Wasser und ein bisschen Natron in die Pfanne und lässt das Gemisch einige Zeit einweichen. Wenn sich die angebackenen Reste gelöst haben, kannst du sie leicht mit einem Lappen abwischen. Vergiss nicht, sie nach der Prozedur wieder mit Öl einzureiben.

Neben Reinigungsmitteln können auch Säuren in den Lebensmitteln (Tomatensoße, Zitronensaft oder Essig) die Patina deiner Pfanne auflösen. Wenn das passiert, kannst du sie jederzeit wieder neu einbrennen.

Wie du mit der Eisenpfanne brätst

Bei den ersten Bratversuchen habe ich mir mit der Pfanne schwer getan. Mir ist öfter etwas angebrannt. Damit es dir nicht auch so geht, habe ich dir hier ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt. Wenn du die beachtest, solltest du die größten Hürden im Umgang mit einer Eisenpfanne schon überwunden haben:

  • Die Pfanne zu Beginn 5 Minuten langsam auf kleiner Stufe erhitzen, bevor du Öl oder andere Lebensmittel in die Pfanne gibst.
  • Immer auf kleiner Stufe arbeiten, verwende maximal die halbe Hitze verwenden
  • Gib immer ausreichend Fett in die Pfanne.
  • Hebe Fleisch nicht mit Gewalt vom Pannenboden an, es löst sich von alleine, wenn es gleichmäßig angebraten ist.
  • Schalte die Hitze frühzeitig ab. Deine Pfanne speichert sie gut und gart dein Essen noch lange nach.

Fazit

Kurz zusammengefasst ist eine Eisenpfanne eine tolle und lohnenswerte Alternative zu beschichteten Pfannen, da sie eine natürliche Patina bekommt und ein Leben lang hält. Voraussetzung dafür ist, dass die Pfanne vor dem ersten Gebrauch ordentlich eingebrannt wird. Die Eisenpfanne gehört nicht in die Spülmaschine, sondern du wischst sie nur mit einem feuchten Tuch ab. Nach der Reinigung ölst du sie ein, damit sie nicht rostet. Beim Braten arbeitest du mit etwas Geduld auf kleiner Stufe. Wenn du das beachtest, wirst du ein Leben lang Freude an deiner Pfanne haben.

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.